Diese Auszeichnung ist  in Fachkreisen für interkulturelle, interreligiöse Pädagogik sehr gewichtig. Sie wird verliehen am SA 21. Nov 15.15 - 16.15 Uhr an das Abraham-Haus Marl in Köln.
Wegen der Corona-Auflagen ist die Verleihung auch digital zu erleben. - Mehr zum ganzen auf 
 

CIJ-AG Marl

www.abrahamsfest-marl.de                                    Marl, 4. Juli 2020

Pressemitteilung: Das Abraham-Haus in Marl ist diesjähriger Preisträger von „INTR*A Projekt-Preis der Komplementarität der Religionen“

Sehr erfreulich: Das Abraham-Haus Marl (ein „erwachsenes Kind“ vom Abrahamsfest und der CIAG Marl bzw CIJ-AG Marl) wird mit dem „INTR*A-Projekt Preis der Komplementarität der Religionen“ am SA 21. Nov. 2020 in Köln ausgezeichnet. Dieser Preis würdigt  das friedliche Miteinander der Religionen auf Augenhöhe und eine entsprechende Bildungsarbeit und innovative Praxis. In Fachkreisen in Schule und Bildung ist dieser Preis auch europaweit beachtet.

Attachments:
Download this file (Flyer INTRA-Tagung 2020-1.pdf)Flyer INTRA-Tagung 2020-1.pdf[ ]1119 kB

Foto: Christa Appel (Skulpturenmuseum Marl). Mehr Fotos im Fotoalbum oder auf das Bild klicken.

Das 20. Abrahamsfest läuft - auch in Corona-Zeiten. Am Mittwoch,  7.Oktober 2020 erkundeten drei Kunstleistungskurse die erstmalig gezeigte Ausstellung „Die Spielstraße in München zur Olympiade 1972“. Es nahmen auf Einladung des 20. Abrahamsfestes Marl und des Skulpturenmuseum Glaskasten Marl Kunstgruppen teil vom Hans Böckler Berufskolleg (durch die Lehrerin Frauke Arnold), vom Gymnasium im Loekamp (durch die Lehrerin Theresia Riekert) und von der Willy Brandt Gesamtschule (durch die Lehrerin Sylvia Frechen).


Diese Ausstellung präsentiert erstmalig das damals innovative Projekt "Spielstrasse" von der Olympiade in München 1972. Sie wurde seiner Zeit  abrupt beendet nach dem Attentat auf israelische Sportler. Die Ausstellung lagert seitdem in Essen im Haus von Anita und Werner Ruhnau
( dem Erbauer z.B. des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen); Anita Ruhnau hat diese erstmalige Ausstellung hier in Marl ermöglicht und  fachlich begleitet. Vor wenigen Wochen würdigte die Süddeutsche Zeitung  diese nun in Marl gezeigte Ausstellung im Feuilleton ausführlich.

„Die Spielstraße“ wollte im Sinne der „Heiteren“ Olympischen Spiele München 1972 diese für das Publikum öffnen, Jung und Alt einbeziehen: Clowns, Akrobaten und weitere Künstlerische/“kleinkünstlerische“ Profis animierten das Publikum auch zum Mitmachen, selber kreativ und spontan zu agieren auf vielen Bühnen und Ebenen im Gelände der Olympiade. Das ganze wurde gefilmt. Planungen und Filmdokumente sind in dieser Ausstellung zu sehen und regen an zu vielfältigen Vergleichen „damals“ und „heute“.

Die drei Kunst-Leistungskurse wurden begrüßt von Georg Elben, Leiter des Skulpturenmuseums Marl und Hartmut Dreier, für das 20. Abrahamsfest. Sie wurden kompetent und spannend geführt von Stephan Wolters (Museumspädagoge des Skulpturenmuseums Marl) und den Kunstpädagogen Glenda Mense und Ignas Gleixner. Fotos: Christa Appel (Skulpturenmuseum Marl).

Foto: Maria Poll

Fesselnde Lesung des Jugendbuchautors Tobias Steinfeld

Wie so viele kulturelle Veranstaltungen musste auch das Sinsener Kulturfest corona-bedingt ausfallen. Die Veranstaltungen des Abrahamsfestes – zum Teil schon vor der Pandemie geplant – sollen dagegen alle stattfinden, unter besonderen Bedingungen und entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen selbstverständlich. Denn, so die Veranstalter*innen, gerade in dieser schwierigen Zeit der Kontaktbeschränkungen sind Zeichen der gegenseitigen Fürsorge, der Achtsamkeit und Anteilnahme besonders wichtig.

Und so ergab sich eine Kooperation, die aus der Not eine Tugend machte. Die Lesung, die das Abrahamsfest üblicherweise mit der Familienbibliothek Türmchen durchführt, fand in Sinsen statt, am Ort und zur Zeit des Kulturfestes, in der Liebfrauengemeinde. Hier konnten immerhin fast dreißig Plätze vorgehalten werden, die auch alle besetzt waren. In seinem Roman „Scheiße bauen – sehr gut“ nahm Tobias Steinfeld die Zuhörer*innen mit in eine Förderschule und in die Lebenswirklichkeit von Jugendlichen, die - aus welchen Gründen auch immer – aus dem Regelschulsystem herausgefallen sind. Zwar geht es um eine fiktive Geschichte aber seine Erfahrungen als Inklusionshelfer spiegeln sich in allen Charakteren und lassen sie besonders authentisch wirken.  Die anfängliche Frage, welcher Art die Behinderung der jeweiligen Person ist, wird an keiner Stelle beantwortet. Vielmehr erkennen Leser*in oder Zuhörer*in nach und nach, dass dieser Versuch einem Schubladendenken entspringt, das einem Menschen, einer Person, ganz gleich welcher Begabung, niemals gerecht wird. Im anschließenden Gespräch ging es deshalb um die Frage, wie eine Gesellschaft aussehen muss, die wirkliche Teilhabe möglich macht. Schlüssel, so die einhellige Meinung am Ende,  ist der Mut und die Bereitschaft, Befremden zu überwinden und sich aufeinander einzulassen. Stereotype Vorurteile verschwinden je besser man sich gegenseitig kennenlernt.

Heidi Blessenohl