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Pressemitteilungen


8 Marler Schulen spielen im Theater Marl „Mensch! Abraham! Heute!“

Jugendheime und Stadtteilbüros stellen dar, was sie bei Stadtteilerkundungen gefunden haben

Im Theater Marl stehen  am Sonntag, 4.März 2012 von 15 – 17 Uhr kreative Kinder, Jugendliche und ihre erwachsenen Anleiter auf der Bühne. Es ist die Abschluss-Veranstaltung des 11.Abrahamsfestes. Nach dem großen Erfolg vom letzten Jahr gibt es in diesem Jahr wieder diesen  Theater-Nachmittag, mit einem vollkommen neuen Programm. In diesem Jahr prägen 7 Schulen, die Musikschule der Stadt Marl und Jugendheime plus Stadtteilbüros das Programm.

In ganz unterschiedlichen Inszenierungen – jeweils 10 – 15 Minuten lang – veranschaulichen Kinder, Jugendliche und künstlerisch tätige Erwachsene mit heutigen Mitteln und Gedanken ihre Sicht auf Abraham/Ibrahim, der in den Heiligen Schriften der Juden, Christen und Muslime übereinstimmend „Freund Gottes“ genannt wird.

Jugendheime und Stadtteilbüros haben mit Jugendlichen in ihren Stadtteilen herausgefunden, wie dort heranwachsende und Erwachsene leben. Fotografisch haben sie hinter die Kulissen geschaut.

Der  Titel des ganzen Nachmittages „Mensch! Abraham! Heute!“ ist programmatisch gemeint.

In der Pause gibt es Erfrischungen.

Beteiligt sind folgende:
Die Schulen: August Döhr-Grundschule, Heinrich Kielhorn-Förderschule, Kath. Hauptschule Wiesenstrasse, Günter Eckerland-Realschule, Willy Brandt-Gesamtschule, Martin Luther King-Schule und die Musikschule der Stadt Marl.

Beteiligt sind außerdem das Jugendkulturzentrum „kunterbuntes chamäelon“, HOT boje, HOT Hagenbusch, Jugendforum, Jugendheim der Fatih-Moschee und die 4 Stadtteilbüros von Marl in Marl-Hamm, Marl-Derwer, und Hüls-Süd.

Der Eintritt ist frei, alle Interessierten sind willkommen.

Das 11. Abrahamsfest Marl wurde wie alle anderen seit 2001 veranstaltet: von der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft Marl zusammen mit den Kirchen und Moscheen in Marl, mit der Synagoge im Kreis Recklinghausen, dem Integrationsrat und der Stadt Marl. Mitveranstalter ist das Theater der Stadt Marl.

Mit dieser zusätzlichen Veranstaltung schließt das 11.Abrahamsfest Marl, das seit September 2011 in vielen Veranstaltungen zum Thema „Leben. Arbeiten. Feiern“ Kinder, Jugendliche und Erwachsene bewegt und wieder weit über Marl hinaus Aufsehen erregt hat.



Grußbotschaft zur Weihnacht 2011


Die islamischen Gemeinden in Marl wünschen der gesamten Christenheit in Marl, von Herzen ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.

Die Geburt Jesu Christi wird in der christlichen Welt als „Heilige Nacht“ begangen und als Weihnachten gefeiert. Im Namen unserer Gemeinden wünschen wir den christlichen Nachbarn und Freunden in Marl frohe und gesegnete Weihnachten und möchten unsere besten Wünsche zum Fest der Geburt Jesu Christi übermitteln.

In der heiligen Schrift Koran wird die Würde Marias und die Geburt des Propheten Jesus vielmals erwähnt, daher ist auch für die Musliminnen und Muslime die Geburt Stunde Jesus Grund zur Freude, diese Freude teilen wir mit unseren Nachbarn und wünschen gesegnete und friedvolle Feiertage.

In diesem Sinne wünschen wir als Moschee-Gemeinden von Herzen ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2012.

Wir wünchen uns weiter gute Kooperation für den Frieden in der Stadt.


Alle Moscheen in Marl

Marl, 22/12/2011


 

Zum 11. Abrahamsfest in Marl


Begeistert verfolgte das Publikum die Videos aus Marler und Internationaler Produktion  —Fotos: Sheila Patel

Multi Kulti auf der Leinwand

Filmfestival und Abrahamsfest suchen beim Familiennachmittag den
gemeinsamen Nenner

von Sheila Patel

Marl. Es war ein Experiment, und es zog rund hundert neugierige Besucher
an. Schließlich trafen zum ersten Mal zwei große Ereignisse zusammen: das
Internationale Kinder- und Jugendfilmfest und das 11. Abrahamsfest luden
zum Familiennachmittag ins Rathaus. Im Mittelpunkt standen verschiedene
Kulturen, verbunden durch Kurzfilme von Schülern aus aller Welt.

Die Kurzfilme, die Detlef Ziegert vom internationalen Kinder- und
Jugendfilmfest aussuchte, kamen aus Schweden, Israel, der Türkei und
natürlich aus Deutschland. Darunter gab es auch zwei Produktionen aus
Marl. Sie alle handelten vom Leben, vom Alltag in der Heimat und in der
Fremde. Beispielsweise ging in es dem türkischen Film „JuJu goes
Beethoven“ von Eren Önsöz um ein Mädchen in Istanbul, das davon träumte,
Pianistin zu werden.

Adrian Kopp, Mirko Hirsch und Sarah Goldpon (v.l.) drehten mit ihrer
Klasse 7a des ASGSG den Film „Neustart“.

Das Marler Schülervideo der Klasse 7a vom
Albert-Schweitzer-Geschwister-Scholl-Gymnasium (ASGSG) handelt vom Thema
„Mobbing“. Ein Schüler, gespielt von Roy Klaas, wird spielsüchtig und
einsilbig, seine Freunde sind ratlos. Fortan schließen sie ihn aus. Als
die Klasse herausfindet, dass seine Mutter gestorben ist, entschuldigen
die Mitschüler sich bei ihm und beginnen ihre Freundschaft von vorn.
Deshalb heißt der Film auch „Neustart“.

„Wir haben den Film für den Deutschunterricht gedreht“, erzählen Sarah
Goldpon, Mirko Hirsch und Adrian Kopp, die stellvertretend für die gesamte
Klasse den Film am Samstag vorstellten. „Wir hatten ein Skript, einen
roten Faden, aber es gab auch viel Improvisation.“ Für sie und ihre
Mitschüler war das Drehen des Films eine interessante Erfahrung. Für das
Thema „Mobbing“ entschieden sie sich, weil der Film einen ernsten
Hintergrund haben sollte.


Sie schufen das Musikvideo „24/7“, die drei
Marler Kollegschüler Till Sammetinger, Alexander Fichtner und Timo
Schlingmann (v.l.).

Der zweite Marler Film, ein Musikvideo, stammt von drei ehemaligen
Schülern des Hans-Böckler-Berufskollegs: Timo Schlingmann (19), Alexander
Fichtner (22) und Till Sammetinger (20). Timo und Alexander rappen in
ihrem Lied „24/7“ auf Deutsch und auf Russisch. Es geht um ihre
Freundschaft vor dem Hintergrund zweier Kulturen und über ihre bisherigen
Erfahrungen im Musikbereich.

Till, der Kameramann werden will, drehte den Film. „Es war eine
Herausforderung“, erzählt er, „schwierig waren zum Beispiel die
Lichtverhältnisse, oder überhaupt erst die Drehgenehmigung zu kriegen,
denn ein Teil des Videos spielt auf der Promenade am Centro in Oberhausen.“
Die Kinder und Jugendlichen aus dem Publikum waren von dem Musikvideo
begeistert und stellten dem Trio eine Menge Fragen. So baten sie um eine
Übersetzung der russischen Strophen und wollten mehr über die
Musikrichtung, aber auch über die Drehorte wissen.

Für „24/7“ verleiht die Jury vom Kinder- und Jugendfilmfest einen
Sonderpreis. „Es gab viele gute Filme und uns gingen die Preise aus“, sagt
Jurymitglied Nevin Toy-Unkel. „Deshalb haben wir die Kategorie Sonderpreis
ins Leben gerufen, damit das Musikvideo ebenfalls geehrt werden kann.“
Bürgermeister Werner Arndt (SPD) eröffnete den Familiennachmittag, die
Moderation übernahm Fatma Ates. Vor der Filmvorführung musizierte außerdem
die Streicherklasse des Musikhauses an der Bonifatiusschule unter der
Leitung von Joachim Kasan.


Die Streicherklasse des Musikhauses an der Bonifatiusschule hatte ihren großen Auftritt vor den Filmvorführungen

Detlef Ziegert und Pfarrer Hartmut Dreier, einer der Organisatoren des
Abrahamsfests, waren mit ihrem Experiment und der positiven Resonanz sehr
zufrieden. „Filme und Musik kennen keine Grenzen“, sagt Ziegert, „das hat
die Veranstaltung heute deutlich gezeigt.“ Es gibt auch schon Pläne für
eine Fortsetzung im nächsten Jahr. „Dann wollen wir versuchen, etwas
Größeres auf die Beine zu stellen.“


Ökumenischer Gottesdienst zum Stadtjubiläum

Durch das jährliche Abrahamsfest Marl sind seit 2001 viele vertrauenswolle
Beziehungen zwischen Verantwortlichen der Abrahamitischen Religionen in
unserer Stadt und Region gewachsen, so dass die Verabredungen für ein
Gemeinsames Gebet bzw einen Interreligiösen/Ökumenischen Gottesdienst zum
Stadtjubiläum der jungen Stadt marl am Sonntag, 17.Juli 2011 möglich
wurde. Sehr viele Teilnehmer füllten den Rathausplatz um 10 Uhr morgens,
bei z.T. bedenklicher Wetterlage. Das Gemeinsame Gebet wurde als einer der
echten Höhepunkte de Stadtjubiläums erlebt und bewertet.

Es nahmen verantwortlich teil:

DerGospelchor der ESM/Pauluskirche unter Leitung von Charlotte Charlier
Der Posaunenchor der ESM/Auferstehungskirche unter Leitung von Martin
Rommelfanger
Für die Jüdische Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen: Sergej Stachewski
Für die christlichen Kirchen in Marl: Dechant Thomas Hüwe und
ESMVorsitzender Pfr. Roland Wanke
Für die Moscheen in Marl: Hidayet Bekmezci als Vorsitzender der
Fatih-Moschee und Imam Süleyman Duran

Wir dokumentieren die Predigten von Sergej Stachewski und von Hidayet
Bekmezci.


Interreligiöses Gebet zum Stadtjubiläum Marl am Sonntag, 17.Juli 2011 Rathaus Marl

Sergej Stachewski, Jüdische Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen


Begrüßung:
Mein Name ist Sergej Stachevski. Ich wurde in Moskau geboren und
studierte dort Psychologie und Pädagogik. Seit zahlreichen Jahren lebe ich
mit meiner Frau und Familie in Recklinghausen. Unsee Familie gehört der
Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen an.Ich wirke dort im
Gemeinderat mit. Ich bin zur Zeit im Fern-Studium an der Jüdischen
Fachhochschule in Frankfurt und werde Sozialarbeiter.
Unsere jüdische Kultusgemeinde hat in Marl zahlreiche Familien und
Mitglieder. Sehr gerne nehmen wir seit 11 Jahren am Abrahamsfest in Marl
teil und wir kennen uns auch dadurch. Im Mai 2010 nahm ich teil an der
Abraham-Karawane Engel der Kulturen: von Marl und Essen im Ruhrgebiet über
Pecs in Ungarn durch viele Städte auf dem Balkan bis nach Istanbul und
zurück. Wir Reiseteilnehmer wurden Freunde und ich grüße einige von Euch
hier heute bei diesem Gottesdienst.

Lesung aus der Thora:
Genesis/1Mose Kapitel 12, Verse 1 - 4
„Und Gott sprach zu Abraham: Geh fort aus deinem Vaterland und weg von
deiner Verwandtschaft. Verlasse dein Heimatland und geh in ein Land, das
ich dir zeigen werde.
Ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen
großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.
Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen.
Und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.

Da brach Abraham auf, wie Gott zu ihm gesagt hatte. Und Lot zog mit ihm.
Abraham war 75 Jahre alt, als er aus Haran wegzog“.

Es folgt an die Lesung die kurze Ansprache:
Liebe Anwesende!
Abraham/Ibrahim war 75 Jahre alt, als er aus Haran wegzog. So steht es in
der Thora, der Heiligen Schrift von uns Juden. So steht es auch in der
Bibel, der Heiligen Schrift von Euch Christen. So steht es im Koran, der
Heiligen Schrift von Euch Muslimen. Wir erkennen: Abraham ist uns
gemeinsam wichtig.

Wir feiern in Marl seit 2001 jedes Jahr das Abrahamsfest. Wir kennen uns
von daher und ich bin gerne hier an diesem Rathaus, wo wir seit 2001 immer
im Dezember auf Einladung der Stadt Marl das große Gastmahl zum
Abrahamsfest feiern. Wir haben miteinander gemeinsame gute Erfahrungen.
Das heutige Marl hat dadurch für uns Juden einen guten Klang. Marl ist für
uns eine gute Stadt geworden.
Ich weiß: es gab nach 1945 hier in Marl aktive Bürger – den jüdischen
Mitbürger Rolf Abrahamsohn, den christlichen Pfarrer Jürgen Schmeling,
Familie Wünstel und viele andere. Und es gibt die Städtepartnerschaft
zwischen Marl und Herzlia.


Die Zahl 75 hat es in sich! Nicht nur war Abraham 75 Jahre alt, als Gott
ihn ansprach. Sondern 75 Jahre ist Marl alt und daher sind wir heute hier.
Vor 75 Jahren – im Jahr 1936 – war in Deutschland die Diktatur von Adolf
Hitler. Es war eine einmalig schreckliche Zeit, eine sehr finstere Zeit,
als Marl 1936 zur Stadt wurde. Zwei Jahre später bei der Reichspogromnacht
am 9.November 1938 wurden jüdische Familien in Marl von Nazi-Horden in
ihren Häusern überfallen, vertrieben und verjagt.Ihr Besitz wurde geraubt
und verbrannt.. Bis 1945 wurden die jüdischen Familien aus Marl in
Konzentrationslagern wie z.B. in Riga versklavt und vernichtet. In der
Nazi-Zeit wurde Marl zu einer Stadt ohne Juden. Das können und werden wir
nicht vergessen. Als Juden bitten wir euch an diesem Tag, bei aller Feier
das nicht zu vergessen.
Nur Rolf Abrahamsohn hat den Holocaust, die Shoah überlebt und er lebt
Gott sei Dank mit seiner Frau bis heute in Marl. Er hat nach dem
2.Weltkrieg die Jüdische Kultusgemeinde im Kreis Recklinghausen wieder
aufgebaut. Es gibt heute wieder jüdisches Leben – auch hier. Dafür stehe
ich heute.

Und ich stehe gerne hier, denn wir kommen nur weiter durch gute
Nachbarschaft und Respekt vor einander und in gemeinsamen guten Taten für
das Zusammenleben. Marl braucht die Menschen unterschiedlicher Religionen.
Marl braucht den Segen Gottes, den ER Abraham zugesprochen hat. Gottes
Segen wird durch uns real und wirklich, wenn wir Gutes miteinander und
füreinander tun.


Fürbitte im Schlussteil:
Wir bitten um Frieden in der Stadt. Wir bitten um eine Stadt ohne
Rassismus. Wir bitten um eine Stadt ohne Antisemitismus und ohne
Antiislamismus und ohne Religionsfeindlichkeit. Wir bitten um Gottes Segen
zum Wohle der Menschen in unserer Stadt.Denn gemeinsam sind wir gut.

Segensbitte am Ende (die Vertreter der 3 Religionen sprechen nacheinander
einen Segenswunsch):
Jahwe segne die Kinder und die Erwachsenen – zum Respekt, zu guter
Nachbarschaft und in Vielfalt.

Amen

Interreligiöses Gebet am Sonntag, 17.Juli 2011 Stadtfest zum 75.Jubiläum der Stadtwerdung von Marl

Die islamischen Gemeinden in Marl

Hoca Suleyman Duran rezitierte Sure 49, 13 und Sure 4, 103 – 105 auf
Arabisch.
In Deutsch übersetzte Hidayet Bekmezci (Vorsitzender der Fatih-Moschee
Marl, Mitglied im SprecherInnen-Kreis der CIAG Marl):

Sure 49, 13:
(13) „O ihr Menschen, siehe, wir erschufen euch von einem Mann und einer
Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, auf dass ihr einander
kennet. Siehe, der am meisten Geehrte von euch vor Allah ist der
Gottesfürchtigste unter euch; siehe, Allah ist wissend und kundig“

Sure 4, 103 – 105:
(103) „Und haltet fest an Allahs Seil insgesamt und zerfallet nicht und
gedenket der Gnaden Allahs gegen euch, da ihr Fremde waret und er eure
Herzen so zusammenschloss, dass ihr durch seine Gnade Brüder wurdet;
Und da ihr am Rand einer Feuersgrube waret, und er euch ihr entriß. Also
macht euch Allah seine Zeichen klar, auf dass ihr euch leiten lasset.
(104) Und dass aus euch eine Gemeinde werde, einladend zum Guten und
gebietend, was Rechtens ist, und verbietend das Unrecht; und jene – ihnen
wird wohl ergehen.
(105) Und seid nicht wie jene, die gespalten und uneins sind, nachdem die
deutlichen Zeichen zu ihnen kamen; jene – ihnen wird schmerzliche Strafe“.


Hidayet Bekmezci sprach folgende Predigt:

„Liebe Gäste, liebe Freunde.
In den sechziger Jahren kamen die ersten „Gastarbeiter“ nach Deutschland.
Die meisten aus der Türkei.Ein Großteil dieser Gastarbeiter arbeitete im
Bergbau, Automobilindustrie sowie in der Stahlindustrie..und verteilte
sich in den verschiedensten Regionen der Republik.

Auch unsere Stadt bekam nach und nach Gastarbeiter, die insbesondere im
Bergbau arbeiteten. Es war die Zecie Auguste Victoria, die viele
aufgenommen hat.

Es war eine schöne Zeit, aber auch eine harte Zeit. Denn alle beherrschten
die deutsche Sprache nicht und mussten versuchen, sich trotzdem hier zu
Recht zu finden. Unterstützung kam von der deutschen Bevölkerung, die z.B.
den Gastarbeitern, die sich verlaufen hatten, halfen, dass sie wieder
zurück zu ihrer Unterkunft kommen konnten.
Für die Deutschen war es die erste Erfahrung, die erste Begegnung mit
anderen Kulturen, Mentalitäten, Sprache, Religion. Aus das südländische
Aussehen...alles war neu.
Der einzige Gedanke der Gastarbeiter war, hier einige Jahre zu arbeiten
und mit dem Ersparten wieder zurück in die Heimat zu fliegen. Es sollte
lediglich eine kurzfristige Beschäftigung sein. Und Deutschland brauchte
diese Arbeitskräfte für den Aufbau. Nachdem dieses erreicht worden ist,
war klar, dass dann der Gast den Gastgeber wieder verläßt.

Es vergingen Jahre, doch der Gastarbeiter war immer noch hier...

Was ist geschehen?
Einen klaren Punkt hatten beide Seiten vergessen. Nämlich den Faktor
Mensch! Der Gastarbeiter, der hierher kam, war ein Mensch und keine Sache.
Ein Mensch, welches ein soziales Wesen ist, welches Empfindungen und
Gefühle hat, ein Mensch, der sich der Umgebung automatisch und ungewollt
anpasst. Es werden mehr. Ja, eine Familie besitzt er und bekommt Kinder.
Es verändert sich einfach von Natur aus.

Genau das ist passiert.
Man merkte, dass man nicht mehr so einfach zurück in die Heimat gehen
konnte. Für die eigenen Kinder, welche hier geboren und zur Schule gingen,
war das eigene Heimatland auf einmal ein fremdes Land. Das eigene Haus
wurde nicht mehr in der Heimat sondern hier in Deutschland gebaut.

Aus dem Gastarbeiter ist der Migrant entstanden.
Jahre lang wurde diese soziale Entwicklung von vielen nicht wahrgenommen
und immer darauf gepocht,Deutschland sei kein Einwanderungsland. Die
gesellschaftlichen Probleme angefangen von der Fremdenfeindlichkeit,
Rassismus bis hin zur Arbeitslosigkeit stiegen stetig an.

Erst vor kurzem ist man sich des Fehlers aus diesen Jahren bewusst
geworden. Es ist auch klar, geworden, dass Deutschland längst ein
Einwanderungsland ist. Übersetzt heißt es, die ehemaligen Gastarbeiter,
jetzt Migranten, sind Teil der deutschen Gesellschaft.

Mit diesem Hintergrund wird von allen Seiten eine intensive
Integrationspolitik geführt, um der großen gesellschaftlichen
Herausforderung gegenüber zu bestehen. Ein Prozess der dynamisch anzusehen
ist und nicht als ein befristetes Projekt. Denn der Mensch entwickelt sich
fortlaufend...

Hier ist die Stadt Marl ein gute Beispiel. Nein, die Stadt Marl ist ein
Musterbeispiel für andere Gemeinden und Kommunen. Denn hier wird schon
seit Jahren, wo andere noch Grundsatzdebatten führten, eine vernünftige
ernsthafte Integrationspolitik betrieben und sehr wichtige Akteure sind in
diesem Prozess eingebunden. Kirchen, Moscheegemeinden sowie die CIAG – die
Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl – sind nur einige von
vielen sehr namhaften Akteuren,die seit Jahren aktiv für das Gemeindewohl
der Stadt mitwirken. Die Stadt Marl ist auch eine der ersten Kommunen, die
Mitte der neunziger Jahre den Ausländerbeirat eingeführt hat.

Unter dem Slogan einer „Rassistenfreien Stadt“ - „Marl hat keine Platz für
Rasissmus“ - leben die deutschen Bürgerinnen und Bürger Marls mit den
Migranten seit Jahren friedvovll miteinander und lassen dem Slogan
widersprechendes Gedankengut keinen Nährboden. Das ist das Resultat von
den Bemühungen in unserer Stadt für die Integration.

Das Wort Integration wird von jedem unterschiedlich interpretiert. Für uns
bedeutet es:
RAM =
Respekt
Akzeptanz
Miteinander

Aus diesem Anlass ist es für mich eine Ehre, heute hier zum 75. Jubiläum
der Stadt Marl als Migrant in Ihrer Gegenwart vorgesprochen zu haben.

Ich bin stolz, ein Marler Bürger zu sein.

Herzlichen Glückwunsch zum 75.

Glück Auf!



Mit eigenem Stand auf dem 33. ev. Kirchentag vertreten!


Foto: Andreas Duderstedt, Bielefeld

"Beim 33.Ev.Kirchentag in Dresden hatten wir einen Stand auf dem Markt der Möglichkeiten; am Donnerstag 2.Juni besuchte uns Präses Dr. Alfred Buß von der Ev.Kirche von Westfalen - hier im Gespräch mit Christa und Detlef Heinen. Sie und  Almuth Dreier, Hannelore Kintzel, Margarete Lübke, Beatrix Ries, Hartmut Dreier und Günter Tewes - alle vom SprecherInnen-Kreis der CIAG Marl - engagierten sich am Stand iund kamen mit vielen Menschen ins Gespräch. Unser Stand war Teil des sehr grossen Kooperationsprojekts "Kirchplatz Zukunft der Ev.Kirche von Westfalen".

Ankündigung:

11.Abrahamsfest Marl – Herbst 2011

Kurz-Info zum 11.Abrahamsfest Marl:

Veranstalter:

Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl in Zusammenarbeit mit den Kirchen und Moscheen in Marl, mit der Jüdischen Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen, dem Integrationsrat Marl und der Stadt Marl.

Dazu kommen circa 30 weitere thematische Kooperationspartner – aus Marl und der Region

 

Förderer und Sponsoren in 2011

Religiös: Bistum Münster, Ev.Kirche von Westfalen, DITIB Deutschland (Köln), Koordinierungsrat des Christlich-Islamischen Dialogs in Deutschland ( KCID), „Weißt du wer ich bin?“ (Das Projekt der drei großen Religionen für friedliches Zusammenleben in Deutschland).

Städtisch: Kulturamt der Stadt Marl

Staatlich: Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

Weitere: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Marl/Dorsten/Haltern .

 Sparkasse Vest Recklinghausen, Volksbank Marl-Recklinghausen

Schirmherrschaft: Staatsskretärin für Integration Zülfiye Kaykin NRW (angefragt)

 

Thema: Arbeiten und Feiern/Feiern und Arbeiten

Zeitraum: September bis Dezember 2011

 

Abrahamsweg 1:

Kinder besuchen sich in ihren Stadtteilen in Verbindung mit Koran- und Firm-/Konfirmations-Unterricht ihrer Gemeinden

                                  

Abrahamsweg 2:

Jugendliche, Schulen – in Aktion

2a)

Kreative Workshops  zu Abrahams-Geschichten „Mensch! Abraham!Heute!“ in 7 Schulen in Marl:

6 Schulen der unterschiedlichen Schultypen (eingeladen werden sollen: Heinrich-Kielhorn-Förderschule, Canisius-Grundschule, Hermann-Claudius-Hauptschule, Günter-Eckerland-Realschule, Willy-Brandt-Gesamtschule, Martin Luther King Schule, Gymansium am Loekamp)      

Präsentation der Kreativen Workshops bei öffentlichen Veranstaltungen

2b: Jugendliche und SozialarbeiterInnen in Jugendheimen und Stadtteilbüros: sie erkunden die Nachbarschaften, auch im Blick auf interreligiöse Beobachtungen; sie wirken dabei dort für friedliches Klima; sie stellen ihre vielfältigen Ergebnisse auch öffentlich vor.

Zur Mitarbeit werden eingeladen die Jugendheime: Kulturzentrum „kunterbuntes chamäleon“ in Hüls-Süd, HOT „boje“ in Marl-Brassert, HOT Hagenbusch in Marl-Mitte, Ernst Reuter Haus in Marl-Hamm und dort auch Ev.Jugendheim Marl-Hamm und Jugendheim Fatih-Moschee.

Und die Stadtteilbüros: „mittendrin“ Marl-Drewer, Planetensiedlung Marl-Mitte und Marl-Hüls-Süd. - Außerdem „Die Tafel“ Marl-Drewer.

 

2c)

15. November 2011: vormittags – Jüdisches Lehrhaus: Jugendliche lernen in der Synagoge Recklinghausen – „Abraham“ in der Synagoge

- Jugendliche der Jahrgangsstufen 9 und 10 aus zwei Gesamtschulen und dem Gymansium am Loekamp lernen in der Synagoge der Kreisstadt Recklinghausen über jüdischen Glauben und Leben, über Alltag/Sabbat                               

 

2d) Termin und Ort:offen

(Zwei)  Abraham-Gespräche zwischen jüdischen, christlichen und muslimischen Jugendlichen  (Thema dieser Gespräche im „geschützten = internen Raum“: „Mein Glauben und Leben/meine Wünsche für Arbeiten und Feiern“  - (jeweils 5 – 6 Jugendliche pro Religion)

 

Abrahamsweg 3: Erwachsene, ältere Jugendliche

3a)

Sonntag, 18.September 2011, 14 – 18 Uhr: Fatih-Moschee, Bachackerweg 197, 45772 Marl Auftaktveranstaltung: „Arbeiten und Feiern“ mit: Landesrabbiner em. Dr. Henry Brandt (Augsburg)   Ursula August, PfrIn, Istanbul , Prof. Dr. Ali Dere (DITIB Deutschland Köln) - interkulturelles Rahmenprogramm, Pause am Kuchen-Buffet

 

3b)

Dienstag,  11.Oktober 2011, 19.00 – 21.30 Uhr: Ort: Gemeindehaus an der Pauluskirche, Römerstr. 59 – 61, 445772 Marl-Hüls

„Integration“: „Einwanderung hierher - Angekommen in Marl“ (gemeinsam mit dem INTERCENT u.a.)

·         „Wirschaftswunder“-Zeit: Bericht: Betroffene Zeitzeugen: Wir kam nach 1961 aus der Türkei nach Marl (Anwerbeabkommen Deutschland – Türkei. 31.10.1961)

·         Ende des „Ostblocks“: Bericht: Betroffene Zeitzeugen: Wir kamen seit den 1980er Jahren aus der ehemaligen Sowjetunion   - (Interkulturelles Rahmenprogramm)

 

3c)

Samstag, 19.November 2011, 14 – 17 Uhr: Familien-Nachmittag in der Scharoun-Schule Marl, zusammen mit „Internationales Kinder- und Jugend-Filmfestival Marl“ und der Musikschule Marl  (mit 2a,2b,2c) (sollte die Scharoun-Schule wegen Sanierungsarbeiten geschlossen sein, wäre zu überlegen, den  Familiennachmittag im Hans Böckler Berufskolleg zu veranstalten)

 

3 d)

Dienstag, 27.Sept.2011, 16.00 – 18.30 Uhr Haus des Kirchenkreises, Limperstr.15, 45657 Recklinghausen  - Ökumenische Zukunftswerkstatt mit LehrerInnen – Abraham- heute

Zusammen mit dem Schulreferenten im nordlichen Ruhrgebiet/südliches Münsterland ( Holm Schüler)

                                  

4.) Abschluss: Gastmahl zum 11.Abrahamsfest, Di 13.12.2011, 18.00 – 21.00 Uhr

Interkulturelles Programm (u.a. mit 2a, 2b) , Essen und Trinken am Buffet

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Verantwortliche des 11.Abrahamsfestes:

Hidayet Bekmezci, Kamal Darwich,  Semih Deniz, Hakki Dinckal, Hartmut Dreier, Abdul Kadir Erdag, Aydin Eyigöz, Jens Flachmeier,  Dr. Hans-Ulrich Foertsch, Carmen Greine, Nazife Güner, Christa Heinen, Erol Kesici, Hannelore Kintzel, Hasibe Koc, Jörg Krunke, Aynur Özcan, Yelena Portnoy, Beatrix Ries, Adnan Saglik,  Ali Osman Sen, Heybetullah Sercan, Saduman Tanriverdi, Günter Tewes, Dursun Ucak, Mehmet Ucak, Lidia Vishneveska, Ulrich Walter, Roland Wanke, Bernhard Weinmann, Ursula Wünstel.

Kontakt: Hartmut Dreier, Schumannstr. 6, 45772 Marl, Tel. 02365 – 4 20 76, email: dreier.marl@freenet.de

www. Abrahamsfest-Marl.de                        www.wikipedia.de – CIAG Marl





Herzliche Einladung                                                                  Ende November 2010

10.Abrahams-Gastmahl am Dienstag, 14. Dezember 2010,

18.00 – 21.00 Uhr im Rathaus-Saal Marl

Wir laden sehr herzlich ein zum 10.Abrahams-Gastmahl am Dienstag, 14.Dezember 2010

von 18 – 21 Uhr im Rathaus-Saal Marl. Auf dem Programm stehen Essen und Trinken, Begegnungen und Gespräche, Darbietungen und Musik – für Verständigung, gute Nachbarschaft und Frieden.

Wir feiern auch unser zehn-jähriges Jubiläum, als ein Ansporn für weitere Abrahamsfeste in Marl.

Zum Abrahams-Gastmahl im Rathaus Marl kommen gerne viele Menschen. Daher raten wir, sich rechtzeitig einzufinden. Anmeldung ist nicht erforderlich. Eintritt frei.


Wir beginnen pünktlich um 18 Uhr und enden um 21.00 Uhr.

Wir feiern

  • nach dem islamischen Opferfest

  • nach dem jüdischen Chanukka-Fest

  • mitten im christlichen Advent/vor Weihnachten


Mit herzlichen Grüßen im Namen der Verantwortlichen für das 10. Abrahamsfest Marl Ihre: Ursula August, Hidayet Bekmezci, Kamal Darwich, Semih Deniz, Hakki Dinckal, Hartmut Dreier, Abdul Kadir Erdag, Aydin Eyigöz, Jens Flachmeier, Dr. Hans-Ulrich Foertsch, Carmen Greine, Nazife Güner, Erol Kesici, Hasibe Koc, Jörg Krunke, Kemal Kurukavak, Yelena Portnoy, Beatrix Ries, Adnan Saglik, Ali Osman Sen, Heybetullah Sercan, Saduman Tanriverdi, Günter Tewes, Dursun Ucak, Mehmet Ucak, Lidia Vishneveska, Bernhard Weinmann.


www.Abrahamsfest-Marl.de und: www.wikipdia.de/CIAG Marl



Hinweis zum Vormerken im neuen Kalender 2011:

Samstag, 5.Februar 2011 um 16 Uhr im Theater Marl:

Acht Schulen stellen die Ergebnisse ihrer Kreativen Workshops zu Abrahams-Geschichten vor – als Sonderveranstaltung des 10.Abrahamsfestes, zusammen mit dem Theater Marl, dem Integrationsrat, der Integrationsbeauftragten und der Musikschule Marl – Eintritt frei.


10.Abrahamsfest Marl

Thema „Bildung – menschlich/Kulturen – vielfältig/Religionen – weltgewandt“

Vom Sonntag, 26.September bis Dienstag, 14.Dezember 2010 findet das 10.Abrahamsfest Marl statt. Das Ziel ist seit dem ersten Abrahamsfest in 2001: „Begegnungen in der Stadt“. „Frieden in der Stadt“. „Stadt ohne Rassismus“.Das diesjährige Thema – Bildung/Kulturen/Religionen – nimmt darauf Bezug, dass in 2010 das Ruhrgebiet zusammen mit Pecs/Ungarn und Istanbul/Türkei Europäische Kulturhauptstadt ist.Die Veranstalter laden Kinder, Jugendliche (auch Schulen) und Erwachsene zu zahlreichen Begegnungs-, Aktikons- und Bildungs-Veranstaltungen ein (Einzelheiten: s. Presse, Flyer, Plakate). Einige Hinweise auf das vielfältige Programm:

Bei der Auftaktveranstaltung am 26.September , 14.30 Uhr  – 18 Uhr geht es zusammen mit Rabbinerin Elisa Klapheck (Frankfurt/M), Regina van Dinther (Hattingen) und Suleyman Bag (Berlin) um das Thema: „Gutes Leben und Zusammenleben – heute und morgen“.

Am Mittwoch, 10.November, 18.30 – 21.00 Uhr geht es um umgekehrt „Schatten der Vergangenheit“ mit Elvira Noa (Bremen), Dr. Paul Oestreicher, Domkapitular em. Coventry, England und Rafet Öztürk(Köln).

Am Freitag, 1.Oktober 19.00 Uhr bis Mitternacht steigt zusammen mit dem Jugendforum Marl wieder die Abraham-Karawane by night – zu öffentlichen Plätze in Marl.

Mit Schulen wird es Abrahams-Werkstätten geben, wo mit den darstellenden, gestaltenden und poetischen Künsten Geschichten aus der Welt von Abraham, Sarah und Hagar, von Ismail und Isaak präsentiert werden.

Am 14.Dezember 2010, 18.00 – 21.00 Uhr  werden Jung und Alt  ins Rathaus eingeladen zum Gastmahl als Abschluss des 10.Abrahamsfestes.

Veranstalter: die Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl zusammen mit den Kirchen und Moscheen in Marl, mit der Jüdischen Kultusgemeinde Recklinghausen, dem Integrationsrat Marl und der Stadt Marl.

Gefördert  wird das 10.Abrahamsfest von der Stadt Marl, dem Land NRW, dem Bistum Münster, der Ev.Kirche von Westfalen, DITIB, GEW, Volksbank Marl-RE, dem Koordinierungsrat des Christlich-Islamischen Dialogs in Deutschland.

Die VHS „die insel“ kooperiert wie auch in den Vorjahren mit anderen Partnern aus Stadt und Region.

www.abrahamsfest -marl.de

www. Wikipedia.de/CIAG Marl


Pressebericht:

„Religion und Recht“ verwoben und wichtig!

Der Jurist Rainer Bohnen  in der VHS „die insel“ Marl

Vor 70 Personen aus Moscheen und Kirchen, aus der interessierten Öffentlichkeit sprach der frühere Präsident des Amtsgerichts Kassel Rainer Bohnen. Er zeichnete nach, dass das geltende Recht in Deutschland eine lange Entwicklung hinter sich hat und dass Veränderungen sehr lange dauern. „Wir müssen miteianander reden – unermüdlich, mit langem Atem und mit großem Respekt“, sagte er nicht nur einmal an dem langen Abend.

Der Vortrag hatte zwei Teile: Geschichtlich breitete er aus, dass das Christentum als Staatsreligion seit Kaiser Konstantin im 4.Jahrhundert nach Christus in das damals geltende Rechtssystem eingetreten sei und dieses trotz aller Veränderungen bis in die Gegenwart gewirkt habe; die auch für Jesus wichtige Trennung von Religion und Staat sei erst seit 1918 in Geltung, seit das Christentum nicht mehr Staatsreligion ist.Umgekehrt habe in der „islamischen Welt“ der Islam das Recht stark geprägt und die Vorstellung der Trennung von Religion und Staat in einer pluralistischen Gesellschaft sei für den Islam neu und das müsse z.B. in der Türkei und in Europa inner-islamisch aufgearbeitet werden – und brauche wie alle tiefen Veränderungen viel Zeit.

Im aktuellen Teil zeichnete Rainer Bohnen nach, wie es in der Weimarer Republik zur Organisationsform der Kirchen als Körperschaften des Öffentlichen Rechts kam – mit der Maßgabe, anderen Religionen die gleichen Rechte zu geben. Moschee-Gemeinden, die bisher als „eingetragene Vereine“ organisiert sind, bemühen sich schon seit langem in den Bundesländern darum, Körperschaften des öffentlichen Rechts zu werden. Der Vorteil liegt laut Bohnen darin, dass es zu Verträgen zwischen Religionskörperschaften und dem Staat kommt, wo nicht nur die innere Organisation und die Selbstverwaltung geregelt würden sondern auch Themen wie der islamische Religionsunterricht an Schulen, islamische Theologie an Universitäten z.B. für Ausbildung von Imamen und Lehrern, Mitwirkung in öffentlich rechtlichen Mdien usw.. „Als Körperschften des Öffentlichen Rechtes wirken Religionen gesellschaftlich mit und stellen sich der allgemeinen Debatte in der Gesellschaft auf gleicher Augenhöhe mit anderen Institutionen“, betonte Bohnen.

Die Diskussion drehte sich um bekannte wichtige  praktische Fragen wie Moscheebau, Gebetsräume in Krankenhäusern usw, wobei die sachliche Sichtweise des erfahrenen Juristen  als wohltuend erlebt wurde. Bürgermeister Arndt unterstrich den religiösen Frieden in Marl. Der juristische Referendar und deutsche Moslem Kamal Darwich  moderierte den spannenden Abend souverän. Veranstalter waren: Stadt Marl, Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl, Internationale Juristengesellschaft e.V. (Sitz.Marl).

Gez. Hartmut Dreier


Pressebericht von der Abraham-Karawane Engel der Kulturen:
In 28 Tagen in 7 Ländern und 14 Stationen in Europa. Eine Spur der Verständigung und ein Zeichen für respektvolles Miteinander der Religionen zwischen den drei europäischen Kulturhauptstädten in 2010: Ruhrgebiet, Pecs und Istanbul.

Skopje: SchülerInnen beim Sandabdruck – Schule mit albanisch- und Roma-stämmigen Kindern. Sarajevo:Säulen der Namen der 1238 im Balkankrieg 1993-95 getöteten Kinder

Vom 3. - 31 Mai 2010 war die „Abraham-Karawane Engel der Kulturen“ in drei Fahrzeugen durch Europa bis nach Istanbul und zurück unterwegs. Die beiden mitreisenden Künstler Gregor Merten und Carmen Dietrich aus Burscheid bei Köln haben 2008 das Kunstwerk „Engel der Kulturen“ entwickelt: auf der Innenseite eines großen Rades aus Edelstahl sind die drei Symbole des Judentums (Schild Davids), des Christentums (Kreuz) und des Islam (Halbmond) so angebracht, dass dazwischen wie im Umriß ein Engel zu sehen ist, der unbeabsichtigt entstand. In der Reisegruppe fuhren vier Wochen lang die beiden Künstler, Frauen und Männern aus Essen, Marl und aus christlichen, muslimischen und jüdischen Gemeinden. Im Jahr 2010 der drei Europäischen Kulturhauptstädte Ruhrgebiet, Pecs/Ungarn und Istanbul/Türkei wollte die Abraham-Karawane eine Spur der Verständigung und ein Zeichen für respektvolles Miteinander der Religionen und Kulturen setzen. Das Kunstobjekt „Engel der Kulturen“ weckt großes Interesse bei Jung und Alt, wenn es durch Straßen gerollt wird, oder wenn es flach liegend auf besonderen Plätzen mit Sand gefüllt und wieder hoch gehoben wird und dabei ein Engel als Sandabdruck zu sehen ist, oder wenn eine dauerhafte Bodenintarsie an bemerkenswerten Orten verlegt wird.

Die Stationen waren: Augsburg, Pecs, Tuzla, Sarajevo, Kraljevo, Thessaloniki, Istanbul. Auf dem Rückweg ging es über Sofia, Belgrad, Dubica, Banja Luka, Maribor und wieder Augsburg. In jedem Ort fanden in der Öffentlichkeit auf Straßen und Plätzen Aktionen mit dem Kunstobjekt „Engel der Kulturen“ statt, sei es gerollt z.B. von einem Gotteshaus zum nächsten oder als Sandabdruck bzw  als dauerhafte Bodenintarsie an religiösen bzw öffentlichen Orten, sehr oft außerdem in Schulen mit eigenen Schulveranstaltungen. Diese Programme waren jeweils vorbereitet – möglichst auf Initiative der örtlichen Bürgermeister und im Einvernehmen mit den Religionen am Ort.Vor allem auf dem Balkan gab es bewegende Erlebnisse bei Begegnungen mit Opfern des 2.Weltkrieges in einem KZ Mahnmal bei Dubica und mit Opfern der Kriege bei der Auflösung des ehemaligen Jugoslawien in den 1990er Jahren (vor allem in Sarajevo). Viele Staatsgrenzen wurden bei dieser Reise gemeistert, da wir u.a. 100 kleine Säcke mit weißem Quarzsand für die Sandabdrücke mitführten, war das nicht immer einfach.

In Pecs/Ungarn kam es zusätzlich zum „normalen“, oben beschriebenen Programm des Besuches von Gotteshäusern, Schulen und öffentlichen Plätzen  zu Begegnungen mit dem kath. Bischof Michael Mayer, der eine Statue der Hl. Barbara aus Marl entgegennahm, mit evangelischen Christen, die sich gerade auf den Ökumenischen Kirchentag in München vorbereiteten, mit Juden in der wunderbaren ehrwürdigen Synagoge und mit Muslimen, die über die Universität nach Pecs  gekommen sind.

In Tuzla sind außer dem „normalen“ Programm bemerkenswert: die  nach dem Balkankrieg mit seinen zahlreichen  Toten auch in Tuzla sind hier Jugendliche aus muslimischen und orthodoxen Gemeinden zusammen aktiv geworden, nachdem sie an einem gemeinsamen Versöhnungsprojekt in England von der dortigen anglikanischen Kirche teilgenommen haben.Und im Vorort Sinin Han lernten wir ein Friedens-Projekt kennen mit Kindertagesstätte, Jugendtreff und Beratung von kriegs traumatisierten Frauen, zumeist Witwen; unterstützung kommt von „Ferien vom Krieg“ des Komitees Grundrechte und Demokratie in Deutschland,

In Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina wurde vor dem Rollen des  Rades „Engel der Kulturen“ ein Mahnmal enthüllt, wo nun die Namen der 1238 meist muslimischen Kinder aufgelistet sind, die während der Belagerung der Stadt von fanatisierten serbischen Truppen von den Bergen aus gezielt erschossen waren bzw. verhungerten oder durch Krankheiten an den Folgen fehlender Medizin starben.Der Interreligiöse Rat in Sarajevo ist seit langem sehr aktiv. In Erinnerung bleiben auch der aktive Oberbürgermeister Prof. Dr. Alija Behmen, an seiner Seite Dragana Solacovic, der deutsche Botschafter Joachim Schmidt mit seiner im Medizinischen aktiven Ehefrau, Caritasdirektor Don Pero Brcic. Wie auch an anderen Orten haben die jüdischen Akteure und Gemeinden großes Vertrauen, weil sie keine eigenen Interessen verfolgen und sichum zusammenhalt bemühen.

In Skopje, der Hauptstadt von Mazedonien, vermochten selbst der Staatspräsident Dr. Gjorge Ivanov und der Oberbürgermeister wenig zu verrichten, nachdem von den Religionsvertretern signalisiert war, dass die Zeit für Abrahamitisches noch nicht reif sei. Dafür war der Empfang in der großen Schule „26.Juli“ mit integrativer Arbeit zwischen albanisch- und Roma-stämmigen Kindern und in der größten Roma-Siedlung Europas umso herzlicher und wir haben in dieser Schule mit dem Sandabdruck und der Bodenintarsie die integrative Paxis unterstützt.

In Istanbul hatte es im Vorfeld der Abraham-Karawane Bedenken gegeben, ob „die Bevölkerung“ und „die Gläubigen“ in ihren religiösen Gefühlen das abrahamitische Zeichen von „Engel der Kulturen“ und die Polizei das rollende Rat in den Straßen akzeptieren würden. Aber als ein muslimischer Reiseteilnehmer aus Marl auf einer Veranstaltung vor 1000 Jugend-Abgeordenten des Jugendparlaments Istanbuls sprach, herrschte intensive Aufmerksamkeit und am Ende kam Riesenbeifall. Selbst vom europäischen zum asiatischen Teil Istanbuls konnte der „Engel der Kulturen“ gebracht werden. Als das Rad die 8 km lange Strecke vom Taksim-Platz über die stark belebten Fußgängerstraßen hinab zur Galatabrücke und wieder hinauf zum Topkapi-Palast/Hagia Sophia/Blaue Moschee gerollt wurde (übrigens mit dabei die im Mai noch amtierende Landtagspräsidentin NRW Regina van Dinther als Schirmherrin der Abraham-Karawane und mit Schülern von der Gesamtschule in Gelsenkirchen-Ückendorf), gab es laufend Zuspruch von den Menschen. Besuche beim muslimischen Mufti, im Ökumenischen Patriarchat und in der Ev. Gemeinde deutscher Sprache verliefen sehr herzlich und der Kurator im jüdischen Zentrum bat herzlich darum wieder zu kommen: „Denn wir haben aktive interreligiöse Netzwerke in Istanbul“.

In Dubica (Bosnien-Herzegowina), wohin auch Partnerschaftskontakte aus Essens ev. Kirche existieren, feierten (außer Rollen, Sandabdrücken und Bodenintarsie) die Gäste aus dem Ruhrgebiet mit der Bevölkerung und weiteren "Abrahamitisch" eingestellten Gästen aus Essen und Holland bei einem großen Rockkonzert bzw. an einem Folkloreabend bis spät in die Nächte.

In Banja Luka, Hauptstadt der „serbischen Republik“ innerhalb der Föderation Bosnien-Herzegowina, möge „Engel der Kulturen“ zur weiteren Befriedung beitragen. Beim Sandabdruck legten die katholischen, orthodoxen und muslimischen Militärgeistlichen mit Hand an. Eindrücklich die Begegnung mit Pater Karlo, der statt des Neubaus einer im Balkankrieg zerstörten katholischen Kirche seit 1995 sich für Hilfen für die Ärmsten stark machte. Sie betreiben ein Jugend-Ausbildungs- und Wohnhaus und eine die Menschen aktivierende Suppenküche (unterstützt  von der Caritas Essen).

In Maribor in Slowenien lud beim „normalen“ Programm mit dem Kunstobjekt der Bürgermeister die Abraham-Karawane für 2012 ein, wenn Maribor Europäische Kulturhauptstadt ist.

Am Abschlußtag in Augsburg rollte der Engel der Kulturen in einem guten Gesamtprogramm von Station zu Station. Es gab Informationen zur friedlichen Toleranz unter den Christen seit 1555 („Augsburger Friede“) in der ev. Kirche, ein Trompeter Solo vom Turm der St. Moritzkirche, in der wunderschönen Jugendstil-Synagoge begrüßte der Kantor mit einem Kinderchor die Karawane, in der Moschee wurde spontan zu einem Festessen eingeladen und am Rathausplatz bat der Bürgermeister wegen eines Starkregens ins Rathaus, um dort den Sandabdruck zu legen. Die weiterzureichende Bodenintarsie, sie ist für das Friedensfest am 08.August in Essen bei RUHR.2010 vorgesehen, konnte danach wieder draußen bei Sonnenschein mit dem Schneidbrenner ausgebrannt werden. 

Als ein von der zivilgesellschaftlichen Basis entwickeltes Projekt mit Akteuren aus Essen, Marl und mit den beiden Künstlern bekam die „Abraham-Karawane Engel der Kulturen“ Rückhalt auch von offiziellen Seiten: Als Schirmherrin fungierte die Landtagspräsidentin Regina van Dinther und beteiligte sich im Programm in Istanbul aktiv. Die ev. Landeskirchen von Westfalen und im Rheinland sowie die EKD förderten finanziell und Kirchenrat Gerhard Duncker von der Ev.Kirche von Westfalen gab wesentliche Tipps für Unganr und für Istanbul, Ehepaar Duncker waren in Istanbul ähnlich wie Landtagspräsidentin von Dinther mit von der Partie. Auch Firmen aus dem Ruhrgebiet und die WAZ unterstützten mit Spenden. Schließlich wurde die Abraham-Karawane auch offiziell anerkannt als Projekt durch die drei Kulturhaupstätte RUHR.2010, Pecs.2010 und Istanbul.2010. Wesentliche Kontakte wurden auch möglich, weil INEA (= Institute for European Affairs) Düsseldorf durch Agnes Eroglu, die Mitarbeiterin von Prof. Gramke, von Anfang an dabei war – ebenso wie Rudi Löffelsend, seit 30 Jahren verantwortlich für die humanitären Hilfsaktionen und für die Öffentlichkeitsarbeit der Caritas im Bistum Essen.

Das Rad ist durch Europa gerollt, hat Station gemacht, wo Kriege und Verfolgung tiefe Gräben zwischen Menschen aufgerissen haben und ebenso an Orten, wo unterschiedliche Religionen sich um Respekt, Toleranz und gute Nachbarschaft bemühen. An allen Orten wurden Schulen besucht; hier begriffen die Kinder und Jugendlichen im gemeinsamen Rollen und Sandschaufeln, worum es geht. Die Abraham-Karawane trägt dazu bei, Menschen mit vergleichbaren Anschauungen zu vernetzen, sich und andere zu ermutigen, wie Abraham im ehrfürchtigen tätigen Suchen des Einen Gottes für  Frieden aufzubrechen und unterwegs zu sein mit den Menschen.


Marl – local hero RUHR.2010

             

Fotos: Jürgen Wolter

Marl – local hero RUHR.2010 begann am Samstag, 10.4.2010 mit der Nacht der Offenen Gotteshäuser – mit dem Edelstahlrad bzw der Kunstaktion „Engel der Kulturen“ geht es bis nach Mitternacht durch die Stadt Marl

In der Woche 11. - 17.April wird Mar local hero RUHR.2010. Das allgemeine Interesse gilt eine Woche lang Marl. Zum Auftakt wird eingeladen schon am Samstag, 10.April in der Zeit von 19 Uhr bis kurz nach Mitternacht zur Nacht der Offenen Gotteshäuser mit der Kunstaktion Engel der Kulturen. „Engel der Kulturen“ ist ein fast 2 m im Durchmesser messendes Rad aus Edelstahl, es rollt auf der Edelstahl-Felge gut  auf Bürgersteigen und Straßen und wurde erfunden von den beiden Künstlern Carmen Dietrich und Gregor Merten; sie sind auch in Marl dabei. Im Innern der Felge sind die drei Symbole der Abrahamitischen Religionen so angebracht, dass der „Schild Davids“ (Davidsstern) der Juden, das Kreuz der Christen und der Halbmond der Muslime im Umriß einen Engel ausbilden. Engel als göttliche Boten spielen in diesen (und anderen) Religionen eine wichtige Rolle und sie sind die verbindende Brücke zwischen Religionen und Kulturen.

Dieses Rad, dieses Kunstwerk „Engel der Kulturen“ wird in der Nacht der Offenen Gotteshäuser von einer Station zur nächsten gerollt, überall gibt es ein kurzes, höchstens 10 Minuten langes Programm und dann geht es weiter. Jung und Alt können den ganzern Weg oder nur einzelne Abschnitte mitgehen.

Gestartet wird  um 19 Uhr in der Lutherkirche am Marktplatz in Marl-Hamm. Nach  10 Minuten geht es weiter zu St.Barbara, Bachackerweg 125 Marl-Hamm. Die 3.Station ist in der Fatih-Moschee, Bachackerweg 197, Marl-Hamm um 19.45 Uhr. Die 4.Station ist in der Kuba -Moschee, Sickingstr. 40, Marl-Hüls um 20.15. Uhr.Die 5.Station ist in der Pauluskirche um 20.45 Uhr.

Die 6.Station ist in der St.Josefskirche, Bergstr/Ecke Wiesenstraße,  um 21.20 Uhr, die 7.Station ist gegenüber in der Friedenskirche, Bergstraße, um 21.30 Uhr. Von dort geht es weiter zur 8.Station:  Moschee el-Khodr, Bergstr. 197 a, um 21.45 Uhr und dann gegenüber zur 9.Station: Intercent um 21.55 Uhr (hier mit einer Begegnung mit Juden, die aus Russland stammen).Ab hier stehen KleinBusse bereit für Menschen, die nicht weiter gehen können. Die 10.Station ist St.Michael, Max Planck Str.1 in Marl-Brassert, um 22.30 Uhr (hier ist ein Imbiß vorbereitet). Weiter zur 11.Station: Yunus Emre Moschee, Sickingmühlerstr/Ecke Haardstraße in Marl-Brassert, um 23 Uhr. Die 12.Station ist um 23.45 Uhr am Bonhoeffer-Denkmal auf dem Creiler Platz am Rathaus/City-See  und um 24 Uhr wird schließlich – als der 13.Station – gegenüber von der Dreifaltigkeitskirche auf dem kleinen Platz der Ecke Brassertstraße/Martin Luther Straße ein Abdruck dieses „Engels der Kulturen“ als dauerhafte Bodenintarsie ins Pflaster verlegt.

Veranstalter sind die Kirchen und Moscheen in Marl, die Jüdische Kultusgemeinde Kreis Recklinghausen – alle im Netzwerk der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft Marl, sowie das Skulpturenmuseum Glaskasten Marl.

Es gibt im Laufe des Jahres 2010 in fast allen Städten im Ruhrgbiet eine Nacht der Offenen Gotteshäuser, aber nur in Marl dreht sich alles um die Kunst-Aktion „Engel der Kulturen“.


Presseankündigung:

Engel der Kulturen

von der CIAG/Abrahamsfest Marl beteiligt: Kamal Darwich, Hartmut Dreier, Christa und Detlef heinen, Hananelore Kintzel, Adnan Saglik, Sergi Stachewski (Recklinghausen). Im Programm in Istanbul wirken von der CIAG Marl aaußerdem mit: Ursula August und Rainer Volz. Sie vertreten die drei Abrahamsreligionen. Dazu aus Essen beteiligt: die beiden Künstler Gregor Merten und Carmen Dietrich, Agnes Eroglu (INEA), Gunter und Lisa Graf, Tamara Frankenberger, Rudi Löffelsend und Willi Overbeck

16 Personen aus Kirchen, Moscheen und Synagoge im Ruhrgebiet starten zur Abraham-Karawane „Engel der Kulturen“  durch die europäischen Kulturhauptstädte in 2010: Ruhrgebiet, Pecs/Ungarn und Istanbul/Türkei.

Am Montag, 3. Mai 2010 um 9.45 Uhr starten drei große Fahrzeuge an der Marktkirche in Essens City und darin Christen, Muslime und Juden. Sie sind unterwegs vom 3. - 31 Mai  als die Abraham-Karawane Engel der Kulturen, um  die drei  europäischen Kulturhauptstädte  2010 - Ruhrgebiet, Pecs und Istanbul – miteinander zu verbinden. -Einige fahren die ganze Strecke, einige nur Teilstrecken.

Die Schirmherrrschaft hat die Landtagspräsidentin NRW Regina von Dinther übernommen, sie wird in Istanbul im Programm sein.Empfohlen wir die Abraham-Karawane Engel der Kulturen von den Botschaftern der Türkei und Ungarns in Deutschland, vom Staatspräsidenten Mazedoniens, vom Zentralrat der Juden in Deutschland, vom Dachverband der islamischen Moscheegemeinden DITIB, von der EKD und den evangelischen Landeskirchen in NRW sowie den Bistümern Essen und Münster u.a.

Das von Gregor Merten und Carmen Dietrich entwickelte interreligiöse Kunstprojekt „Engel der Kulturen“ wird durch zahlreiche Städte in Südost-Europa und in Istanbul öffentlichkeitswirksam in Szene gesetzt. Wir rollen es durch Straßen und Plätze; flach gelegt und mit speziellem Sand gefüllt, entsteht eine Engel-Gestalt  auf Plätzen oder an Schulen; während diese Sandformen nur eine Zeit lang Bestand haben, bleiben dauerhaft etliche aus Beton gegossene Bodenintarsien dieses Engels-Symbols, die bei der Reise in besonders wichtigen Orten verlegt werden.Immer ist die Abraham-Karawane eingeladen von Verantwortlichen der Städte, Religionen und Schulen.


Auf dem Weg vom Ruhrgebiet über Pécs nach Istanbul und zurück sind  Stationen mit Programmen in den Städten Augsburg, Tuzla, Sarajevo, Kraljevo,  Skopje, Thessaloniki, Sofia, Belgrad, Dubica, Banja Luca und Maribor  geplant.

Weil der Dialog und das friedliche Zusammenleben der Religionen  in einigen der Länder, durch die die Abraham-Karawane führt, nicht frei von Belastungen gewesen ist, waren zahlreiche Absprachen zu treffen. Dabei spielt die aktive Unterstützung durch das "Institute for European Affairs (INEA)", das von Professor Dr. Jürgen Gramke (dem früheren Chef des Kommunalverbands Ruhr KVR) geleitet  wird, eine zentrale Rolle. Bei einer Kundgebung in Essen vor wenigen Tagen zur Vorbereitung der Abraham-Karawane sprach u.a. der türkische Botschafter in Deutschland Ali Ahmet Acet.

Finanziert wird die Abraham-Karawane privat von den Teilnehmern sowie durch Spenden von verschiedenen Unternehmen und auch kirchlichen, muslimischen und jüdischen Stellen.


Www.Engel-der-Kulturen.de